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KI-Suchmaschinen: Wer hat welchen Marktanteil?
ChatGPT führt beim KI-Referral-Traffic, doch Google bleibt unangetastet. Wie sich die Marktanteile von KI-Suchtools wirklich verteilen und was das für SEO bedeutet.
18 Min. Lesezeit

KI-Suchmaschinen: Wer hat welchen Marktanteil?

Francisco Montemari

Francisco Montemari

Francisco Montemari ist Gründer von Zündstoff Marketing (Plan26 GmbH), Dipl. Marketingmanager HF und System Engineer mit über 16 Jahren IT- und mehr als 10 Jahren Marketing-Erfahrung, spezialisiert auf Suchmaschinenoptimierung, Generative Engine Optimization (GEO) und KI-Sichtbarkeit für Schweizer KMU.

Das Wichtigste in Kürze

ChatGPT dominiert den von KI-Plattformen erzeugten Website-Referral-Traffic aktuell mit rund 75 Prozent. Daraus abzuleiten, ChatGPT halte auch rund drei Viertel des gesamten KI- oder Suchmaschinenmarktes, wäre jedoch falsch. Der Wert bezieht sich ausschliesslich auf den Anteil am KI-Referral-Traffic zu Websites – nicht auf Nutzerzahlen, Suchvolumen oder den gesamten Suchmarkt. Gemessen am gesamten Website-Traffic bleibt dieser Kanal weiterhin klein, wächst aber deutlich. Gleichzeitig verändert sich grundlegend, wie Nutzerinnen und Nutzer Informationen suchen und Antworten konsumieren. Das hat direkte Auswirkungen auf Websites, Publisher sowie SEO- und GEO-Strategien. Wer die Marktanteile von KI-Suchtools richtig einordnen will, muss deshalb klar zwischen klassischem Suchmarkt, Plattformnutzung, KI-Referral-Traffic und integrierten KI-Sucherlebnissen wie Google AI Overviews unterscheiden.

📋 Inhaltsverzeichnis

ChatGPT führt – aber der Vergleich braucht eine Einordnung

Wenn Berichte von einem KI-Suchmaschinenmarkt mit ChatGPT an der Spitze sprechen, muss zuerst geklärt werden, welche Messgrösse gemeint ist. Nutzeranteil, Suchvolumen, Reichweite innerhalb einer KI-Plattform und Referral-Traffic auf externe Websites sind unterschiedliche Kennzahlen und dürfen nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Für den Website-Referral-Traffic zeigt eine aktuelle SE-Ranking-Analyse von 101'574 Websites aus 250 Ländern ein klares Bild: 2026 entfallen weltweit rund 74,78 % des von KI-Plattformen erzeugten Referral-Traffics auf ChatGPT. Google Gemini folgt mit 11,56 %, Perplexity mit 7,23 %, Microsoft Copilot mit 3,51 % und Claude mit 2,62 %. 2025 hatte ChatGPT noch 79,74 % gehalten. Sein Anteil sinkt also, während insbesondere Gemini und Claude schneller wachsen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ChatGPT absolut Traffic verliert: Sein Referral-Traffic ist weiterhin gewachsen. (Quelle: SE Ranking – AI Traffic Research 2026)

Entscheidend ist die richtige Interpretation: Diese Werte zeigen nicht den Nutzer- oder Marktanteil der KI-Plattformen. Sie messen ausschliesslich, welcher Anteil des von KI-Systemen erzeugten Website-Traffics von welcher Plattform stammt. Eine Plattform kann daher sehr viele Nutzer haben, aber vergleichsweise wenig Traffic auf externe Websites schicken, oder umgekehrt.

KI-Such-Tools vs. Gesamtsuchmarkt – was die Zahlen wirklich bedeuten

Gemessen am gesamten Website-Traffic bleiben direkte Besuche aus KI-Plattformen noch klein. Laut SE Ranking stieg ihr globaler Anteil von 0,02 % im Jahr 2024 auf 0,24 % im Jahr 2025 und auf rund 0,32 % im Jahr 2026. Die organische Suche lieferte im selben Datensatz 2026 dagegen noch 42,75 % aller Website-Besuche. KI-Referral-Traffic wächst damit sehr schnell, bewegt sich absolut aber weiterhin in einer völlig anderen Grössenordnung als klassische Suchmaschinen. (Quelle: SE Ranking – KI-Traffic im DACH-Raum 2026)

Gerade für den deutschsprachigen Markt ist die regionale Betrachtung interessant. Im DACH-Raum lag der gesamte KI-Referral-Traffic 2026 bei durchschnittlich rund 0,38 % des Website-Traffics und damit etwas über dem globalen Durchschnitt von 0,32 %. Gleichzeitig ist der Plattformmix deutlich ausgeglichener: ChatGPT hält im DACH-Raum 2026 rund 65,42 % des KI-Referral-Traffics, nach 75,46 % im Jahr zuvor. Perplexity kommt auf 15,30 %, während Gemini ebenfalls stark gewachsen ist. ChatGPT, Perplexity und Gemini erzeugen gemeinsam 95,37 % des KI-Referral-Traffics in der DACH-Region. (Quelle: SE Ranking – DACH-Studie 2026)

Diese regionalen Unterschiede zeigen, warum globale Marktanteilszahlen allein für Schweizer Unternehmen zu kurz greifen. Die für eine Zielgruppe relevanten Plattformen können sich je nach Markt, Sprache und Nutzerverhalten deutlich unterscheiden.

Google AI Overviews erscheinen in dieser Aufzählung bewusst nicht als weiterer Referral-Marktanteil neben ChatGPT oder Perplexity. AI Overviews sind Bestandteil der Google-Suche und keine eigenständige Plattform mit einem separat vergleichbaren Referral-Marktanteil. Sie beeinflussen den Suchtraffic auf einer anderen Ebene: Nutzer erhalten Antworten unmittelbar innerhalb der Google-Suchergebnisse, wodurch klassische organische Klicks wegfallen können.

Für Unternehmen bedeutet das: ChatGPT, Gemini, Perplexity und andere KI-Plattformen schaffen zusätzliche Informations- und Markenkontaktpunkte. Google AI Overviews verändern dagegen unmittelbar das bestehende Suchverhalten innerhalb von Google. Beide Entwicklungen sind für SEO und GEO relevant, müssen analytisch aber getrennt betrachtet werden.

So unterscheiden sich ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews technisch

ChatGPT Search, Perplexity, Google AI Overviews und Microsoft Copilot können Informationen aus dem Web in KI-generierte Antworten einbinden. Ihre Quellenauswahl ist jedoch nicht identisch. Für Unternehmen bedeutet das: Eine Website, die auf einer Plattform häufig zitiert wird, muss auf einer anderen Plattform nicht automatisch dieselbe Sichtbarkeit erreichen.

Antwortabdeckung und Quellenauswahl im Direktvergleich

SE Ranking untersuchte zwischen dem 26. Februar und dem 3. März 2025 insgesamt 2'000 englischsprachige How-to-Keywords aus 20 Branchen im US-Markt. Die Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede bei Antwortabdeckung und Quellenauswahl. Wichtig: Die Prozentwerte bei der Antwortabdeckung messen, bei wie vielen Testanfragen das jeweilige System eine Antwort erzeugte. Sie sind kein Mass dafür, dass ein entsprechender Anteil der Antworten faktisch korrekt war. (Quelle: SE Ranking – AI Search Engine Comparison)

Kennzahl ChatGPT Perplexity Google AI Overviews Bing Copilot
Antwortabdeckung im Test 99,90 % 99,95 % 58,15 % 72,60 %
Ø Alter zitierter Domains 17 Jahre 14 Jahre 17 Jahre 12 Jahre
Anteil zitierter Domains unter 5 Jahren 11,99 % 8,53 % 7,45 % 18,85 %
Überschneidung der Domains mit ChatGPT 25,19 % 21,26 % 13,95 %

Die Untersuchung zeigt vor allem eines: Die Plattformen greifen nicht auf einen identischen Quellenpool zurück. ChatGPT und Perplexity hatten mit 25,19 % noch die grösste Überschneidung ihrer zitierten Domains. Zwischen Google AI Overviews und ChatGPT waren es 21,26 %. Die Quellenauswahl von Bing Copilot wich noch stärker von den anderen Systemen ab. (Quelle: SE Ranking)

Auch bei Google AI Overviews spielt die Suchintention eine wichtige Rolle. Ahrefs analysierte 146 Millionen Suchergebnisseiten und stellte fest, dass 99,9 % der Keywords mit AI Overview zumindest einen informationalen Intent aufwiesen. AI Overviews erschienen insgesamt bei rund 20,5 % der untersuchten SERPs, bei Frage-Suchanfragen und längeren Queries jedoch deutlich häufiger. Da Keywords mehrere Intent-Kategorien gleichzeitig besitzen können, bedeutet dies nicht, dass AI Overviews ausschliesslich bei rein informationalen Suchanfragen auftreten. (Quelle: Ahrefs – What Triggers AI Overviews?)

Aus der Praxis von Zündstoff Marketing: Reichweite allein ist für die Priorisierung einer KI-Plattform zu wenig. Entscheidend ist, bei welchen Suchintentionen ein System eingesetzt wird, welche Quellen es auswählt und welche Rolle die Plattform im Informations- und Entscheidungsprozess der Zielgruppe spielt.

Welche Domains zitieren die Plattformen, und warum?

Ein weiterer auffälliger Unterschied liegt im Alter der zitierten Domains. In der SE-Ranking-Untersuchung waren die von ChatGPT und Google AI Overviews verlinkten Domains durchschnittlich 17 Jahre alt. Bei Perplexity lag der Durchschnitt bei 14 Jahren, bei Bing Copilot bei 12 Jahren.

Durchschnittliches Domainalter zitierter Quellen nach KI-Plattform

ChatGPT
17 Jahre
Google AI Overviews
17 Jahre
Perplexity
14 Jahre
Bing Copilot
12 Jahre

Quelle: SE Ranking

Bei Domains unter fünf Jahren zeigte sich ebenfalls ein Unterschied: Bing Copilot zitierte solche Domains in 18,85 % der untersuchten Fälle, ChatGPT in 11,99 %, Perplexity in 8,53 % und Google AI Overviews in 7,45 %. Umgekehrt waren 49,21 % der von Google AI Overviews zitierten Domains älter als 15 Jahre. Bei ChatGPT waren es 45,80 %, bei Perplexity 42,31 % und bei Bing Copilot 31,19 %. (Quelle: SE Ranking)

Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Domainalter selbst ein direkter Ranking- oder Zitierfaktor ist. Ältere Domains verfügen häufig gleichzeitig über umfangreichere Inhalte, mehr externe Erwähnungen, Backlinks, Markenbekanntheit und über Jahre aufgebaute thematische Autorität. Domainalter kann deshalb mit anderen Autoritäts- und Vertrauenssignalen korrelieren, ohne deren Ursache zu sein.

Bemerkenswert ist zudem, dass klassische SEO-Stärke keine zwingende Voraussetzung für eine KI-Zitation ist. In der SE-Ranking-Untersuchung hatten 12,64 % der analysierbaren URLs, die von den KI-Systemen zitiert wurden, keinen messbaren organischen Google-Traffic. Viele weitere zitierte Seiten verfügten lediglich über geringe Traffic- und Backlinkwerte. Das spricht dafür, dass KI-Systeme neben etablierten Quellen auch spezialisierte Inhalte berücksichtigen können, die im klassischen organischen Suchverkehr keine dominierende Position besitzen. (Quelle: SE Ranking)

Was Google AI Overviews für Ihren Traffic konkret bedeuten

Google AI Overviews gehören für Unternehmen zu den unmittelbarsten Veränderungen im Suchverhalten, weil sie Antworten direkt auf der Suchergebnisseite bereitstellen. Dadurch kann ein Nutzer seine Informationsbedürfnisse teilweise befriedigen, ohne die dahinterliegenden Websites zu besuchen.

Ahrefs untersuchte für eine aktualisierte Studie 300'000 Keywords und aggregierte Google-Search-Console-Daten. Für Keywords, die im Dezember 2025 ein AI Overview auslösten, sank die durchschnittliche Click-through-Rate der erstplatzierten Seite von rund 7,3 % im Dezember 2023 auf rund 1,6 % im Dezember 2025. Da auch die CTR informationaler Keywords ohne AI Overview in diesem Zeitraum sank, berechnete Ahrefs zusätzlich einen Vergleichswert. Ohne AI Overview wäre für die untersuchte Keyword-Gruppe eine CTR von rund 3,7 % zu erwarten gewesen. Die Differenz zur tatsächlichen CTR von rund 1,6 % entspricht einem geschätzten zusätzlichen Rückgang von etwa 58 %. (Quelle: Ahrefs – AI Overviews senken die Klickrate um 58 %)

Der Effekt betrifft nicht nur Position 1. Ahrefs ermittelte in derselben Untersuchung eine durchschnittliche CTR-Auswirkung von −50,8 % auf Position 2, −46,4 % auf Position 3, −38,8 % auf Position 4 und −32,6 % auf Position 5. Die Werte sind Studienergebnisse und kein fixer Trafficverlust für jede Website. Branche, Query, Gerät, SERP-Aufbau und Nutzerintention beeinflussen die tatsächliche Auswirkung erheblich. (Quelle: Ahrefs)

Auch das Pew Research Center beobachtete ein verändertes Klickverhalten. Für die Untersuchung wurden 68'879 Google-Suchen von 900 US-Erwachsenen analysiert. Bei Suchergebnisseiten mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzer in 8 % der Visits auf ein klassisches Suchergebnis. Ohne KI-Zusammenfassung waren es 15 %. Ein Quellenlink innerhalb der KI-Zusammenfassung wurde lediglich bei rund 1 % der entsprechenden Visits angeklickt. (Quelle: Pew Research Center)

Das bedeutet nicht, dass klassische Rankings bedeutungslos werden. Ein gutes Ranking erhöht weiterhin Sichtbarkeit und kann sowohl Klicks als auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, von Such- und KI-Systemen als relevante Quelle erkannt zu werden. Der wirtschaftliche Wert einer Position lässt sich jedoch nicht mehr allein anhand von Rankings und organischen Klicks beurteilen.

Für Unternehmen verändert sich deshalb die Messlogik. Zusätzlich zu Rankings, Impressionen und Klicks werden neue Fragen wichtig: Wird die Marke in generativen Antworten erwähnt? Wird die eigene Website als Quelle zitiert? In welchem Kontext erscheint die Marke? Welche Wettbewerber werden genannt? Und lässt sich KI-Sichtbarkeit später mit Leads, Anfragen oder Umsatz in Verbindung bringen?

Wie Schweizer Unternehmen plattformspezifische Sichtbarkeit aufbauen

Für Schweizer Unternehmen ist es besonders wichtig, internationale Benchmarks nicht ungeprüft zu übernehmen. Viele Untersuchungen zu generativer Suche basieren auf US-amerikanischen oder englischsprachigen Suchanfragen. Gleichzeitig zeigen die aktuellen SE-Ranking-Daten, dass sich der DACH-Raum bereits deutlich vom globalen Durchschnitt unterscheidet.

2026 beträgt ChatGPTs Anteil am weltweiten KI-Referral-Traffic 74,78 %. Im DACH-Raum sind es dagegen nur 65,42 %. Perplexity erreicht in DACH 15,30 % und ist damit deutlich stärker als global mit 7,23 %. Das zeigt, dass eine Plattformpriorisierung für Schweizer Unternehmen nicht allein aus globalen Zahlen abgeleitet werden sollte. (Quelle: SE Ranking – DACH-Studie 2026)

Auch beim Domainalter ist Vorsicht bei der Interpretation notwendig. Die verfügbaren Studien zeigen zwar, dass etablierte Domains einen grossen Anteil der zitierten Quellen ausmachen. Das beweist jedoch keinen eingebauten „Domainalter-Bias“. Für Schweizer KMU ist deshalb nicht das Alter einer Domain die entscheidende Optimierungsgrösse, sondern der systematische Aufbau von thematischer Autorität, nachvollziehbaren Entitäten, hochwertigen Inhalten, externen Erwähnungen und eindeutigen Markenbeziehungen.

GEO statt SEO – was sich in der Praxis ändert

Generative Engine Optimization (GEO) beschäftigt sich damit, Inhalte und digitale Markensignale so aufzubauen, dass Unternehmen von generativen Such- und Antwortsystemen gefunden, verstanden, erwähnt oder als Quelle zitiert werden können.

GEO ersetzt klassische Suchmaschinenoptimierung nicht. SEO und GEO überschneiden sich in vielen Grundlagen: technische Zugänglichkeit, klare Seitenstrukturen, hochwertige Inhalte, nachvollziehbare Fakten, strukturierte Informationen und digitale Autorität bleiben relevant. Neu hinzu kommt die Frage, wie ein Unternehmen innerhalb generativer Antworten dargestellt und mit Themen, Produkten, Personen oder Kategorien verknüpft wird.

Francisco Montemari, Gründer von Zündstoff Marketing, formuliert den Unterschied so: „SEO optimiert für Auffindbarkeit und Klicks, GEO erweitert diese Logik um Erwähnungen und Zitationen in KI-Antworten. Beides gehört heute zusammen.“

Die verfügbaren Untersuchungen zeigen dabei unterschiedliche Muster:

  • ChatGPT: Die SE-Ranking-Daten zeigen eine breite Quellenauswahl mit vielen etablierten Domains, aber gleichzeitig auch spezialisierten und weniger trafficstarken Quellen. Für Unternehmen sind deshalb klare, faktenbasierte Inhalte und konsistente Marken- und Entitätssignale relevant.
  • Perplexity: Die Plattform arbeitet stark quellenorientiert. In der SE-Ranking-Untersuchung enthielten 1'980 der 1'999 untersuchten Perplexity-Antworten jeweils genau fünf Quellen. Aktuelle, präzise und sauber belegte Inhalte können dadurch besonders gut als zitierbare Informationsbausteine funktionieren.
  • Google AI Overviews: Organische Google-Sichtbarkeit bleibt relevant, ist aber keine zwingende Voraussetzung für eine Zitation. Eine aktualisierte Ahrefs-Analyse von 863'000 Keyword-SERPs und rund vier Millionen AI-Overview-URLs ergab 2026, dass nur noch rund 38 % der in AI Overviews zitierten Seiten gleichzeitig für dieselbe Suchanfrage in den Top 10 erschienen. (Quelle: Ahrefs – 38 % of AI Overview Citations Pull From The Top 10)

Die aktualisierten Ahrefs-Daten sind wichtig, weil frühere Untersuchungen eine wesentlich stärkere Überschneidung zwischen Top-10-Rankings und AI-Overview-Zitierungen festgestellt hatten. Die Entwicklung zeigt, wie schnell sich generative Suchsysteme verändern. Google kann über Query Fan-Out mehrere verwandte Suchanfragen ausführen und dadurch Quellen einbeziehen, die für die ursprüngliche Suchanfrage nicht zwingend auf der ersten Ergebnisseite erscheinen.

Eine vollständig identische GEO-Strategie für alle Plattformen greift deshalb zu kurz. Gleichzeitig wäre eine komplett getrennte Content-Strategie für jedes KI-System ineffizient. Sinnvoller ist eine gemeinsame SEO- und GEO-Basis, auf der plattformspezifische Optimierungen aufgebaut werden.

Zündstoff Marketing verfolgt deshalb für Schweizer KMU einen kombinierten Ansatz: zuerst technische und inhaltliche Grundlagen schaffen, dann messen, auf welchen Plattformen eine Marke bereits erscheint, wo Wettbewerber dominieren und welche Themen oder Quellenlücken bestehen. Erst danach werden Massnahmen nach Plattform und Business-Relevanz priorisiert.

Zündstoff Marketing Perspektive

Die Frage, auf welche KI-Plattform Schweizer Unternehmen ihre Ressourcen konzentrieren sollten, hat keine universelle Antwort. Die aktuellen Daten zeigen gerade im DACH-Raum, wie schnell sich die Gewichte zwischen Plattformen verschieben.

Für viele Schweizer KMU bleibt Google inklusive AI Overviews eine zentrale Priorität. Google beeinflusst den bestehenden organischen Suchtraffic unmittelbar. Die aktuellen CTR-Daten zeigen zudem, dass AI Overviews die wirtschaftliche Bedeutung selbst guter Rankings verändern können. Das bestehende SEO-Fundament sollte deshalb nicht zugunsten einer isolierten Optimierung für ChatGPT oder andere KI-Plattformen vernachlässigt werden.

ChatGPT ist gleichzeitig der grösste eigenständige KI-Referral-Kanal. Global stammen 2026 rund 74,78 % des gemessenen KI-Referral-Traffics von ChatGPT. Im DACH-Raum sind es 65,42 %. Der niedrigere regionale Anteil bedeutet nicht, dass ChatGPT unwichtig wäre. Vielmehr zeigt er, dass Perplexity und Gemini im deutschsprachigen Markt im Verhältnis stärker vertreten sind als im globalen Durchschnitt. (Quelle: SE Ranking)

Perplexity verdient für Schweizer Unternehmen besondere Aufmerksamkeit. Während Perplexitys globaler Anteil am KI-Referral-Traffic 2026 auf 7,23 % sank, stieg er im DACH-Raum auf 15,30 %. Sein absoluter Referral-Traffic nahm dort laut SE Ranking gegenüber 2025 um 62,6 % zu. Gerade deshalb wäre es falsch, die Plattform nur anhand globaler Marktanteile zu beurteilen. (Quelle: SE Ranking)

Gemini entwickelt sich besonders dynamisch. Global stieg sein Anteil am KI-Referral-Traffic von 4,78 % im Jahr 2025 auf 11,56 % im Jahr 2026. Im DACH-Raum wuchs der absolute Gemini-Referral-Traffic laut SE Ranking im Jahresvergleich um 343 %. Die Plattform sollte deshalb laufend beobachtet und nicht aufgrund älterer Marktanteilsdaten unterschätzt werden. (Quelle: SE Ranking)

Entscheidend ist jedoch: Referral-Traffic bildet nur einen Teil der KI-Wirkung ab. Ein Nutzer kann eine Marke in einer KI-Antwort kennenlernen, ohne unmittelbar auf die Website zu klicken. Der spätere Besuch kann über eine direkte Eingabe, eine Google-Suche, einen Marken-Search oder einen anderen Kanal erfolgen. Solche Kontakte werden in klassischen Analytics-Systemen nicht automatisch der ursprünglichen KI-Antwort zugerechnet.

Zündstoff Marketing strukturiert den Einstieg in GEO deshalb in zwei Schritten: zuerst die aktuelle Sichtbarkeit der Marke und ihrer Wettbewerber auf relevanten KI-Plattformen erfassen, danach Inhalte, Entitäten und externe Autorität gezielt weiterentwickeln. Neben klassischen SEO-Kennzahlen werden dabei KI-spezifische KPIs wie Erwähnungen, Zitationen, Share of Voice und plattformspezifische Sichtbarkeit betrachtet.

Resümee

KI-Suche verändert die Informationssuche bereits heute. Die grösste Gefahr bei der Interpretation aktueller Zahlen liegt jedoch darin, unterschiedliche Messgrössen miteinander zu vermischen.

Ein Anteil von 74,78 % bedeutet nicht, dass ChatGPT 74,78 % des gesamten Suchmarktes oder der KI-Nutzer kontrolliert. Der Wert beschreibt den globalen Anteil von ChatGPT am gemessenen KI-Referral-Traffic auf externe Websites. Im DACH-Raum liegt dieser Anteil mit 65,42 % bereits deutlich niedriger. Gleichzeitig bleibt der gesamte direkte KI-Referral-Traffic mit weniger als einem Prozent des Website-Traffics vergleichsweise klein.

Kernerkenntnisse:

  • KI-Referral-Traffic, Plattformnutzung und klassischer Suchmaschinenmarkt sind unterschiedliche Messgrössen
  • ChatGPT führt den globalen KI-Referral-Traffic 2026 mit 74,78 %, verliert aber relativ Anteile an wachsende Wettbewerber
  • Der DACH-Markt unterscheidet sich deutlich vom globalen Durchschnitt: ChatGPT ist schwächer, Perplexity und Gemini sind stärker
  • Google AI Overviews verändern das Klickverhalten innerhalb der klassischen Google-Suche und müssen separat von eigenständigen KI-Plattformen betrachtet werden
  • Nur rund 38 % der 2026 untersuchten AI-Overview-Zitierungen erschienen gleichzeitig für dieselbe Query in den organischen Top 10
  • Domainalter allein ist kein belegter Zitierfaktor; Autorität, Inhalte, Marken- und Vertrauenssignale müssen gemeinsam betrachtet werden
  • SEO bleibt das Fundament, wird aber durch GEO und eine eigene Messung der KI-Sichtbarkeit erweitert

Handlungsempfehlung: Zündstoff Marketing empfiehlt einen zweistufigen Einstieg: zuerst eine Bestandsaufnahme der aktuellen KI-Sichtbarkeit auf den für die Zielgruppe relevanten Plattformen, danach den strukturierten Ausbau der SEO- und GEO-Basis mit plattformspezifischen Massnahmen. Entscheidend ist nicht, SEO durch GEO zu ersetzen, sondern klassische Suchsichtbarkeit und KI-Sichtbarkeit gemeinsam messbar zu machen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Welche KI-Suchmaschine hat den grössten Marktanteil?

Das hängt von der Messgrösse ab. Beim weltweiten KI-Referral-Traffic auf Websites führt ChatGPT laut SE Ranking 2026 mit 74,78 %. Gemini folgt mit 11,56 %, Perplexity mit 7,23 %, Microsoft Copilot mit 3,51 % und Claude mit 2,62 %. Diese Zahlen beschreiben ausdrücklich nicht den Nutzeranteil oder den gesamten Suchmaschinenmarkt. Im DACH-Raum liegt ChatGPTs Anteil mit 65,42 % deutlich niedriger. (Quellen: SE Ranking – globale Analyse, SE Ranking – DACH-Analyse)

Wie gross ist der KI-Referral-Traffic im Vergleich zur klassischen Suche?

KI-Plattformen erzeugten im SE-Ranking-Datensatz 2026 weltweit rund 0,32 % des gesamten Website-Traffics. Die organische Suche kam dagegen auf 42,75 %. Im DACH-Raum lag der KI-Referral-Anteil bei rund 0,38 %. Der direkte Traffic aus KI-Plattformen wächst damit stark, ist absolut aber weiterhin wesentlich kleiner als der Traffic aus klassischen Suchmaschinen. (Quelle: SE Ranking – KI-Traffic im DACH-Raum 2026)

Was unterscheidet ChatGPT Search, Perplexity und Google AI Overviews?

Die Systeme verwenden unterschiedliche Such-, Retrieval- und Quellenmechanismen. In einer SE-Ranking-Untersuchung von 2'000 Keywords überschnitten sich beispielsweise nur 25,19 % der von ChatGPT und Perplexity zitierten Domains. Zwischen ChatGPT und Google AI Overviews waren es 21,26 %. Sichtbarkeit auf einer Plattform garantiert deshalb keine Sichtbarkeit auf einer anderen. (Quelle: SE Ranking – AI Search Engine Comparison)

Wie stark beeinflussen Google AI Overviews meinen organischen Traffic?

Ahrefs ermittelte für Position 1 einen geschätzten zusätzlichen CTR-Rückgang von rund 58 %, wenn ein AI Overview vorhanden ist. Für Position 2 lag der gemessene Effekt bei −50,8 %, für Position 3 bei −46,4 %, für Position 4 bei −38,8 % und für Position 5 bei −32,6 %. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte der untersuchten Keywords und nicht um einen garantierten Trafficverlust für jede Website. (Quelle: Ahrefs – AI Overviews senken die Klickrate um 58 %)

Klicken Nutzer noch auf Quellen in Google AI Overviews?

Ja, aber in der Pew-Research-Untersuchung vergleichsweise selten. Bei Google-Suchseiten mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzer in 8 % der Visits auf ein klassisches Suchergebnis, gegenüber 15 % ohne KI-Zusammenfassung. Ein Quellenlink innerhalb der KI-Zusammenfassung wurde in rund 1 % der entsprechenden Visits angeklickt. Die Untersuchung basiert auf 68'879 Google-Suchen von 900 US-Erwachsenen und ist deshalb nicht automatisch eins zu eins auf den Schweizer Markt übertragbar. (Quelle: Pew Research Center)

Muss meine Website bei Google in den Top 10 sein, um in AI Overviews zitiert zu werden?

Nein. Eine Ahrefs-Analyse aus dem Jahr 2026 untersuchte 863'000 Keyword-SERPs und rund vier Millionen AI-Overview-URLs. Dabei erschienen rund 38 % der zitierten Seiten gleichzeitig für dieselbe Query in den Top 10. Gute organische Rankings bleiben relevant, sind aber keine zwingende Voraussetzung für eine AI-Overview-Zitation. (Quelle: Ahrefs – 38 % of AI Overview Citations Pull From The Top 10)

Ist Domainalter ein Rankingfaktor für KI-Suchmaschinen?

Die verfügbaren Daten belegen keinen direkten Domainalter-Rankingfaktor. SE Ranking stellte lediglich fest, dass die im Test zitierten Domains bei ChatGPT und Google AI Overviews durchschnittlich 17 Jahre alt waren, bei Perplexity 14 Jahre und bei Bing Copilot 12 Jahre. Ältere Domains verfügen häufig gleichzeitig über mehr Inhalte, Markenbekanntheit, Backlinks und externe Erwähnungen. Aus der Korrelation darf deshalb keine direkte Kausalität abgeleitet werden. (Quelle: SE Ranking)

Warum erscheint meine Marke auf einer KI-Plattform, auf einer anderen aber nicht?

KI-Plattformen greifen nicht auf identische Quellen zurück und verwenden unterschiedliche Retrieval- und Antwortmechanismen. SE Ranking stellte beispielsweise nur eine 25,19-%-Überschneidung zwischen den von ChatGPT und Perplexity zitierten Domains fest. Eine Marke kann deshalb in ChatGPT präsent sein und gleichzeitig in Perplexity oder Google AI Overviews fehlen. (Quelle: SE Ranking)

Wie häufig erzeugen die verschiedenen KI-Suchsysteme eine Antwort?

In der SE-Ranking-Untersuchung mit 2'000 englischsprachigen How-to-Keywords erzeugte Perplexity bei 99,95 % und ChatGPT bei 99,90 % der Testanfragen eine Antwort. Bing Copilot kam auf 72,60 %, Google AI Overviews erschienen bei 58,15 %. Diese Werte messen die Antwortabdeckung innerhalb der untersuchten Stichprobe und dürfen nicht mit faktischer Antwortgenauigkeit gleichgesetzt werden. (Quelle: SE Ranking)

Was kostet es, in KI-Suchmaschinen sichtbar zu sein?

Für eine organische Erwähnung oder Zitation in ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews wird grundsätzlich keine Gebühr pro Platzierung erhoben. Aufwand entsteht jedoch für Analyse, technische Optimierung, Content, strukturierte Informationen, Markenaufbau und laufendes Monitoring. Bezahlte KI-Werbeformate sollten deshalb getrennt von organischer GEO-Sichtbarkeit betrachtet werden.

Wie sollte ich meine GEO-Strategie auf mehrere KI-Plattformen ausrichten?

Eine sinnvolle GEO-Strategie beginnt mit einer gemeinsamen Grundlage aus technischer Zugänglichkeit, hochwertigem Content, klaren Entitäten, nachvollziehbaren Fakten und digitaler Autorität. Anschliessend sollte gemessen werden, auf welchen Plattformen die eigene Marke und ihre Wettbewerber tatsächlich erscheinen. Erst danach lassen sich ChatGPT, Google AI Overviews, Gemini, Perplexity und weitere Systeme sinnvoll nach Zielgruppe und Business-Relevanz priorisieren.

Über den Autor

Francisco Montemari, Gründer von Zündstoff Marketing

Francisco Montemari

Francisco Montemari ist Gründer von Zündstoff Marketing (Plan26 GmbH) in Allschwil bei Basel. Als Dipl. Marketingmanager HF und System Engineer verbindet er über 16 Jahre IT-Erfahrung mit mehr als 10 Jahren im digitalen Marketing, mit Fokus auf Suchmaschinenoptimierung, Generative Engine Optimization (GEO) und KI-Sichtbarkeit für Schweizer KMU. Als Fachautor zu diesen Themen ist er unter anderem bei Marketing.ch, der AFS-Akademie und OMT vertreten.

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